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MOBILITÄT

Clever von A nach B kommen – „Fahr mit“ zeichnet kreative Projekte aus

Von Klaus Schlupp

Vergangene Woche hat die VoG „Fahr mit“ im Kloster Heidberg eine bunte Mischung von Initiativen und Projekten ausgezeichnet, die zu einer besseren Mobilität jenseits des individuellen Autoverkehrs beitragen.

Gruppenbild der „Fahr mit“-Preisträger im Eupener Heidbergkloster | Foto: Klaus Schlupp

„Carlo und Malou flitzen jetzt zusammen über den Schulhof“, schwärmt Laura Achterberg vom Elternrat der Gemeindeschule Hauset von den durch „Fahr mit“ gesponserten Laufrädern. Lange starteten die Kindergartenkinder auf einem bunt zusammengewürfelten Fuhrpark aus Rollern, Dreirädern, Fahrrädchen und co. ihre ersten Mobilitätsversuche jenseits der eigenen zwei Beine. Jetzt haben sie rote Laufräder, die für das Kindergartenalter perfekt sind. „Sie sind stabil und unkaputtbar“, sagt Lisa Hansen. Auch das Verletzungsrisiko ist niedrig, keine Klingel und nichts, woran sich die Kinder stoßen können. Auf den Rädchen lernen sie, das Gleichgewicht zu halten, zu stoppen, zu bremsen und vor allem auch zu teilen.

Die Vereinigung hat in den vergangenen zwei Jahren 13 Projekte gefördert.

Insgesamt 13 Projekte hat „Fahr mit“ in den Jahren 2021 und 2022 mit insgesamt 39.800 Euro gefördert. Die Gelder entstammen dem europäischen Leaderprogramm. Ein weiteres Projekt aus Hauset nennt sich „Teilen statt besitzen“. Ab sofort kreisen zwei Fahrradanhänger durchs Dorf, mit denen die Menschen ihre Einkäufe erledigen. Per App finden die Menschen den aktuellen Standort und kommen so auch in Kontakt mit den Nachbarn. Ebenfalls aus der Gemeinde Raeren sponsert „Fahr mit“ eine Fahrradwerkstatt nebst Übungsparcours im JT inside sowie die Rikscha und einen Fahrdienst für Mobilitätseingeschränkte des Dorfhauses.

Auch die Eifel wird mobil. Mit einem neuen Kleinbus fährt die Familienhilfe alte Menschen zu Veranstaltungen in den Seniorenhäusern. Ein phantasievolles Projekt sorgt jetzt für mehr Sicherheit der Schüler der Gemeindeschule Bütgenbach. Tom und Lilly bewachen jetzt den Schulweg. Das sind zwei große Figuren mit Schulranzen, die die Autofahrer auf die Schule aufmerksam machen. „Die Kinder lieben es, die Figuren umzudrehen“, sagt Kathy Elsen vom Elternrat. Je nachdem, ob es in die Schule oder nach Hause geht, schauen die beiden in die richtige Richtung. Die Grundschule Deidenberg hat Übungsmaterial für Fahrräder nebst Helmen bekommen, in der Gemeinde Amel können sich RAVEL-Touristen über eine Reparatur- und Ladestation für ihren (E-)Drahtesel freuen. Auch die VoG Dabei in St.Vith setzt auf das Rad und hat Klappräder der TEC (CycloTEC) angeschafft und ein E-Bike, mit dem die Mitarbeiter ihre Besorgungen für den Betrieb erledigen, denn so klein ist auch die Hauptstadt der Eifel schließlich nicht.

Verbindung von beruflicher Kompetenz und Mobilität

Auf das Fahrrad setzt man auch in Eupen. So hat das Zentrum für Förderpädagogik berufliche Kompetenz mit dem Wunsch nach Mobilität verbunden und unter Anleitung der Metallbaulehrer einen Fahrradunterstand selbst gebaut. Außerdem gibt es jetzt auch neue Mountainbikes für die Freizeit besonders der Internatsschüler. Die Offene Jugendarbeit ist jetzt sogar mit einem elektrischen Mountainbike unterwegs.

Ein schönes Projekt hat auch die Städtische Grundschule Oberstadt verwirklicht. Hier hat man gleich ein komplett neues Verkehrskonzept unter anderem mit Kiss an Ride Streifen entwickelt, wo die Eltern ihre Kinder rund um die Schule abladen und so ein Verkehrschaos direkt vor der Schule vermeiden. Die Schulstraße und die Untere Hisselsgasse sind für den Autoverkehr gesperrt. So bekommen auch die Kinder ein Stück Schulweg zu Fuß, was ja letztlich auch eine Lernaktivität ist. Damit auch alle Eltern die neue Situation kennenlernen, haben die Kinder auch einen Film gedreht, wo sie stolz zeigen, wie man alles richtig macht.