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Jupp Hammerschmidt @ Kreatives Atelier Regenbogen VoG Hauset
Nov 4 um 20:00

Samstag, den 4. November 2017 um 20.00 Uhr
im Kreativen Atelier Regenbogen, Kirchstraße 128 in B-4730 Hauset

Ne baschtisch wracke Wönk

Die Eifel von hinter der Hecke gesehen

Nichts bestimmt das Leben in der Eifel so sehr wie der heftige, ekelhafte, fiese Wind. „Ne baschtisch wracke Wönk“, wie der Eifeler sagt. Und als natürlichen Windschutz haben die Eingeborenen dann im Laufe der Jahrtausende bekanntlich hohe Buchenhecken angebaut, beschnitten und liebevoll gepflegt, bis sie schließlich das wurden, was sie heute sind: Das achte Weltwunder.

Und Jupp Hammerschmidt als geborener Höfener weiß natürlich ganz genau, wie die Welt sich immer schon darbot – von hinter der Hecke gesehen.

Er erzählt in diesem Programm unter anderem davon, welch zentrale Rolle Brei früher im Eifeler Ernährungsplan spielte – mit und ohne Rosinen, aber immer mit Haut und Knubbelen, und immer mit einem Schuss Himbeersaft, neben Maggi die zweite kulinarische Säule in der Eifel der Nachkriegszeit. Das seinerzeit so überaus beliebte „Posiealbum“ erlebt seine Wiederauferstehung, Hammerschmidt würdigt die Kunst des Seilchenspringens, das die Eifeler Mädchen in Perfektion beherrschten, inklusive der dabei sehr konzentriert vorgetragenen Hüpf-Verse – der wahre Ursprung des heute so oft zitierten „Multi-Taskings“. Wie die Kinder an „Fasteloovend“ bei Regen, Schnee, Kälte und einem „baschtisch wracken Wönk“ Luftschlangen über die Straße spannten, in der Hoffnung, dass die von einem Auto mitgenommen wurden, kommt ebenso zur Sprache wie etwa die alljährliche Viehsegnung oder der doppelte Überschlag in der Schiffschaukel, eine herausragende Möglichkeit für einen „JumWi“, einen „Jungen männlichen Wichtigtuer“, den Mädels zu imponieren, vor allem, wenn er beim Überschlag den Halt verlor und auf dem Misthaufen neben dem Kirmesplatz landete. Dass Johann Wolfgang von Goethe seinerzeit nach einem Spaziergang durch den Kalterherberger Wald das berühmte „Wanderers Nachtlied“ in der ersten, der sogenannten Kalmukken-Version in einen Hochsitz ritzte – wer weiß das heute schon noch? Außer Jupp Hammerschmidt. Allerhand „Versenktexte“ fehlen ebenso wenig wie eine Reportage über die Imgenbroicher Literaturtage oder das Poem über den berühmten „Brunnen auf der Triftstraß“, das Franz Schubert so einfühlsam vertonte. Und wozu es gut war, sich vor der Wallfahrt nach Heimbach die Hosentaschen voll Kaffeebohnen zu stopfen – diese seit Jahrzehnten immer wieder gestellte Frage wird ebenfalls endlich beantwortet.

Ob „Zömmermanns Jupp“ erneut zu Wort kommt? Abwarten …