Grenz-Echo, 5. April 2006 Kompositionen in Bild und Ton begeisterten die Gäste im Kreativen Atelier Regenbogen in Hauset Zwei Klaviere im Dialog, inspiriert von Malerei Hauset Bilder und Musik - diese Verbindung kommt bei Kunstfreunden offensichtlich bestens an. Kompositionen zum Betrachten und Kompositionen zum Lauschen bot das Kreative Atelier Regenbogen in Hauset den Besuchern am vergangenen Freitagabend an, und das Publikum war begeistert. Ziemlich erstaunt, fast ein wenig verwirrt, lauschten die Gäste dem Spiel von Erich Raken. Er habe nie Musik studiert, meinten einige zu wissen. »Es heißt, er hat nie Noten gelernt«, meinten andere. Und dennoch klang sein Klavierspiel mehr als gekonnt. Mal glaubte man, eine klassische, irgendwie bekannte Tonfolge zu hören. Dann wurde es doch irgend anders. Eben selbst komponiert. »Und nicht vorher komponiert«, verriet Erich Raken. »Die Musik entsteht spontan, entwickelt sich während ich spiele. Ich habe wirklich nie Musik studiert«, gibt Erich Raken zu. Mittlerweile hat der Autodidakt seinen eigenen Weg gemacht und ist kein unbekannter Musiker mehr. Natürlich lasse er sich von Klassikern inspirieren, verrät er. »Doch ich liebe die Improvisation.« Jeder Wechsel am Klavier brachte auch einen Melodienwechsel und einen Stimmungswechsel. Während Erich Raken auch schon mal robustere, kraftvolle und sehr eigenwillige Töne anschlug, übernahm Evelyne Guesken den zarteren, heiteren Part. Sie habe 13 Jahre lang an der Musikakademie eine klassische Ausbildung gemacht, sagt Evelyne Guesken. Doch auch sie liebt die Improvisation, das Komponieren vor Publikum. Von Filmmusik lasse sie sich inspirieren, verrät sie. So scheinen einige ihrer Kompositionen Geschichten zu erzählen. Manches klingt jazzig. »Jazz höre ich nie«, sagt Evelyne Guesken und wendet sich wieder dem Klavier zu. »Ich höre jetzt mal, was das Klavier mir erzählen möchte.« Immer mehr fand das Publikum sich in die Musik hinein. Immer lauter wurde applaudiert. Vom Publikum ermuntert spielten Evelyne Guesken und Erich Raken gemeinsam. Ein Dialog zweier Klaviere, Musik, die sich entwickelt, sich aufbaut, leiser wird, verharrt, bis ein Klavier wieder eine neue Idee hat und eine Melodie vorgibt. Inspiration, roter Faden und Bindeglied der Musik waren die Bilder von Birgit Wette. Kraftvolle Kompositionen hatte die Malerin mitgebracht. »Alle gespachtelt«, erklärt sie. »Einige konzipiert, streng aufgebaut, andere sind intuitiv, inspiriert von einem Moment entstanden.« Einige Bilder strahlen Ruhe, fast tiefsinnige Melancholie aus. Doch hier gibt es keine Komposition, die nicht von einem Lichtstrahl durchbrochen wird. Andere Arbeiten sprühen nur so vor leuchtenden Farben und Lebensfreude. Ein schwarzer Hintergrund tritt zurück vor einem Vulkan aus Rot und Gelb. Ein Bild hat Birgit Wette speziell für den Konzertabend im »Regenbogen« gemalt: Drei Menschen, zu einer Gruppe vereint, und doch irgendwie in einem mysteriösen Raum. Der Betrachter fragt sich, wo kommen sie her, wo gehen sie hin. Birgit Wette, die in Maastricht Malerei und anschließend in Stuttgart und Düsseldorf Grafikdesign studiert hat, plant Ausstellungen in Brüssel, Lüttich und in der Schweiz. Im Kreativen Atelier Regenbogen in Hauset, Kirchstraße 128, sind Bilder von Birgit Wette noch diese und nächste Woche zu sehen. (elb) |